| Im Jahre 1954 begab es sich, dass die Leiterin einer Tanzgruppe - Marianne Sternbeck - unter dem Eindruck des Kölner Faschings und dem Einfluss etlicher Liter Wein mit ihrem Manne Ernst und zwei befreundeten Ehepaaren den wahnwitzigen Plan fassten, die Fehrbelliner Bürger mit karnevalistischen Umtrieben fortan zu beglücken. Nach dem theoretischen Ersinnen mussten nun noch die Personalfragen geklärt werden. Leider konnte sich seinerzeit niemand für diese Karnevalsidee erwärmen und der Plan drohte in Ermangelung einer ordentlichen Funkengarde und eines Elferrates zu scheitern. So gründete Marianne Sternbeck eine närrische Eingreiftruppe, die - unter ihrer Leitung - die ehrenwerten Herren des damaligen Schäferhundevereins quasi in einem Blitzangriff für den heimischen Karneval und den Elferrat gewinnen sollte. Die mit weiblichen Reizen bewaffnete Eingreiftruppe rekrutierte sie als Funkengarde kurzerhand aus ihrer Tanzgruppe. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion stürmte diese Armader, voran die närrischen Hoheiten Ernst und Marianne, hoch zu Ross und Wagen eine Feier der Hundefreunde, leisteten frohsinnige Überzeugungsarbeit und der Fehrbelliner Karneval Klub ward geboren.
Seit dem gibt es in Fehrbellin jedes Jahr, mit einigen personalbedingten Unterbrechungen, bis in die heutige Zeit ein Karnevalprogramm für jährlich ca. 1100 Zuschauer. Der Fehrbelliner Karneval Klub ist seit besagtem „Blitzangriff mit Überzeugungseffekt“ unter dem Kürzel FKK aktiv. Die wenig später populär werdende FKK (Freie Körper Kultur)-Bewegung der DDR änderte daran nichts. Schließlich leben beide Bevölkerungsgruppen saisonbedingt ihren „Faible“ aus: die „Entkleideten“ in der 2. Jahreszeit und die „Verkleideten“ in der 5. Jahreszeit.
So ist der Fehrbelliner Karneval Klub über die Jahre zu einem festen Bestandteil des Fehrbelliner Stadt- und Gemeinde-Lebens geworden. Natürlich musste sich auch der FKK den jeweiligen Rahmenbedingungen anpassen. Schon zu realsozialistischen Zeiten wurde mit der rheinländischen Karnevaltradition gebrochen und der Elferrat „wegrationalisiert“. Dem so freigesetzten Personal wurden, wie allgemein üblich, andere Aufgaben zugewiesen, z.B. als FKK-Männerballett »Die Maskulinen Hupfdolls«. Damit entfielen auch die berühmt-berüchtigten Büttenreden; den Fehrbellinern genügen heute die täglichen Reden aus der Berliner Reichstags-Bütt. Die Mitglieder des Fehrbelliner Karneval Klubs haben es sich vielmehr zur Aufgabe gemacht, die Menschen mit Witz, Show, Comedy oder einfach nur Nonsens zu unterhalten. Dadurch hat sich eine ganz eigene rhinländische Karnevaltradition etabliert, die es so nur beim Fehrbelliner Karneval Klub zu sehen gibt, eben:
...der etwas andere Karneval...
Die Gründerin des FKK, unsere Mutter Sternbeck, ist bis heute in unserem ehrenden Gedenken. |